Hormonstörungen bei der Frau

AMENORRHOE

Mit Amenorrhoe bezeichnet man das Fehlen oder Ausbleiben der Regelblutung. Eine primäre Amenorrhoe liegt vor, wenn nach Vollendung des 15. Lebensjahres noch keine Menses eingetreten ist.  Von sekundärer Amenorrhoe spricht man, wenn zuvor regelmäßige Zyklen bestanden haben und die Regel dann für mehr als drei Monate ausbleibt.

Eine physiologische (normale) Amenorrhoe besteht während Schwangerschaft und Stillzeit sowie nach Eintritt der Menopause.

Vielfältige hormonelle Störungen können eine Amenorrhoe auslösen. Es kommen hormonale Über-und Unterfunktionen aber auch psychische Faktoren in Betracht. Eine zügige Abklärung der zu Grunde liegenden Ursachen ist sinnvoll, um Folgeschäden zu vermeiden.

ANDROGENISIERUNG

Unter diesem Oberbegriff  wird eine Vielzahl von Symptomen zusammengefasst: Hirsutismus, Akne, Alopezie, Haarausfall und Virilisierung. Häufig liegt eine Erhöhung der Androgene Testosteron oder DHEAS  (männliche Hormone) zu Grunde. Darüber hinaus gibt es familiär erbliche Formen. Ein Sonderfall bildet das s.g. PCO-Syndrom.

Folgen eines gestörten Androgenhaushaltes sind äußerliche Veränderungen wie vermehrte Akne, Haarausfall oder ein männlicher Behaarungstyp - insgesamt also eine Abnahme der typischen, weiblichen body-composition . Der Zyklus wird nachhaltig gestört, es kommt zu Oligomenorrhoe und anovulatorischen Zyklen (Zyklen ohne Eisprung). Weitere Folge der Zyklusstörungen ist oft eine Sterilitätsproblematik. Darüber hinaus können sich als Spätfolgen Insulinresistenz, Diabetes und Bluthochdruck einstellen. Oftmals ist eine Androgenisierung mit einer Tendenz zum Übergewicht gekoppelt.

Bei Hinweisen auf eine Störung der Androgen-Biosynthese ist eine frühzeitige hormonelle Abklärung und Therapie zur Vermeidung von Spätkomplikation unbedingt erforderlich. Routinemäßig erfolgt die Messung von Testosteron und DHEAS bei unseren Patientinnen im Zusammenhang mit einer Sterilitätsbehandlung.

BLUTUNGSSTÖRUNGEN

Normale Mensesblutungen treten im Abstand von 26  - 30 Tagen auf. Ein Abweichen von diesem Rhythmus in Form von deutlich kürzeren oder aber sehr viel längeren Blutungsintervallen, jedoch auch deutlich verstärkte oder verlängerte Blutungen können sowohl organische als auch hormonale Ursachen haben und sollten abgeklärt werden,  um einen regelmäßigen, stabilen Zyklus zu erzielen.

HYPERPROLAKTINÄMIE

Prolaktin ist das sog. "Milchhormon". Die Biosynthese erfolgt in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) . Während der Stillzeit wird beim Saugen des Kindes vermehrt Prolaktin in den Blutkreislauf ausgeschüttet.

Daneben existieren auch pathologische Formen einer vermehrten Prolaktinsynthese z. B. beim s.g. Prolaktinom, einem gutartigen Tumor der Hypophyse.

Unter der Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z. B. Psychopharmaka, Antidepressiver etc. kommt es zu einer vermehrten Prolaktinausschüttung ins Blut.

Alle Patienten mit Hyperprolaktinämie weisen  Symptome wie Milchfluss, Kopfschmerzen, Sehstörungen sowie Zyklusstörungen bis zur Amenorrhoe auf. Es besteht häufig eine Sterilität.

Eine gezielte endokrinologische und radiologische Abklärung der Ursachen einer Hyperprolaktinämie ist in jedem Fall erforderlich.

KLIMAKTERIUM

Das Klimakterium kennzeichnet das Ende der fruchtbaren Phase einer Frau. Der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken ist aufgebraucht, der Östrogenspiegel sinkt drastisch ab. Als Folge dieser hormonellen Umstellungen treten häufig Ausfallerscheinungen auf. Typische klimakterische Beschwerden sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, Alterung der Haut, Verlust der Vitalität, Antriebsarmut sowie urologische Probleme.

Betroffen von der gravierenden hormonalen Umstellung sind die Hormone Estradiol, Progesteron, DHEA, Testosteron, Melatonin und Serotonin. Des weiteren stellt sich mit dem Klimakterium auch häufig eine Schilddrüsenunterfunktion ein, die eine sehr ähnlicher Symptomatik aufweist wie der alleinige Östrogenmangel.

Sämtliche Hormone können in unserem Labor gemessen werden und je nach individuellem Bedarf und Einstellung in ihrer natürlichen Form ergänzt werden.

 

 

HORMON-CENTER BERLIN