Langzeitkontrazeptiva von Mirena versus Sterilisation

Die moderne Frau wünscht sich wenig Aufwand problemlos anzuwenden,
nebenwirkungsarm und dennoch sehr sicher ist. Diesen Vorstellungen
entsprechen vor allem Langzeitkontrazeptiva. Langzeitkontrazeption, z.B.
mit einem Levonorgestrel-haltigen Intrauterin-System (LNG-IUS) ist
damit nicht nur ein Thema für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung,
sondern für die Frau von heute generell.

Bei nicht abgeschlossener Familienplanung gibt es keine einheitliche
Empfehlung für eine bestimmte Methode der langfristigen Kontrazeption.
Im Wesentlichen stehen den Frauen unterschiedliche reversible und sichere
Methoden zur Verfügung:

  • die orale hormonale Kontrazeption,
  • Cu-IUPs,
  • ein Levonorgestrel abgebendes Intrauterinsystem sowie
  • Hormon-Implantate bzw. -Injektate.

Die Entwicklung der hormonellen Kontrazeption hat einen Stand erreicht,
der es erlaubt, diese mit der operativen Methode der Kontrazeption zu
vergleichen. Unter den hormonellen Kontrazeptiva bietet sich ein Vergleich
zwischen dem LNG-IUS und der operativen Tubensterilisation an.  

Anwendung und Wirkungsweise

Bei der Sterilisation wird die Tubenkontinuität unterbrochen. Die kontrazeptive
Sicherheit ist insgesamt sehr hoch, variiert aber den noch in Abhängigkeit
von der Methode. Je jünger die Frau zum Zeit Punkt des Eingriffs ist,
desto höher ist die Versagerquote. Die entprechenden Zahlenangaben sind.
in  der Tabelle  zusammengefasst. Das LNG-IUS wirkt lokal durch 

  1. erhöhte Viskosität des Zervixschleims, wodurch die Penetration der
    Spermien erschwert wird, 

  2. Veränderungen des intrauterinen Milieus, sodass die Aszension der
    Spermien verhindert wird und 

  3. Hemmung der Proliferation des Endometriums, sodass nach
    einiger Zeit ein reversibler Ruhezustand des Endometriums eintritt,
    ähnlich dem einer glandulären Atrophie. 

Die Ovarialfunktion wird unter dem .NG-IUS im Gegensatz zu anderen
Gestagendepots nach einer Adapionsphase von sechs Monaten nicht 
beeinflusst, sodass endogene Östradiolspiegel im Normalbereich gemessen
werden . In etwa 20 % der Fälle werden funktionelle, meist nicht
behandlungsbedürftige Zysten von 3-4 cm Größe gefunden. Die Frequenz
ist ähnlich dem Vorkommen im Spontanzyklus. Ein Entfernen ies LNG-IUS
ist nicht notwendig. Die geschilderte Wirkung hält über fünf lahre verlässlich an.
Nach Entfernung kann bei Bedarf sofort ein neues _NG-IUS gelegt werden.
Die Wieder- erlangung der Fruchtbarkeit nach der Sterilisation ist mit
einern unverhältnismäßig hohen Aufwand und eingeschränkter Erfolgsrate
verbunden.

 

Methoden der Langzeitkontrazeption im Vergleich

 
 

LNG-IUS

Sterilisation 

Anwendungsart intrauterine Anwendung 
operative Technik 
Anwendungsdauer 5 Jahre 
unbegrenzt 
Wirkweise vorwiegend lokale Hormonwirkung 
Wirkweise ohne Veränderung des 
ovariellen Zyklus 
Unterbrechung der Tubenkontinuität 
kontrazeptive Sicherheit    
kumulative Schwangerschaftsrate (5Jahre) 0,5-1,1 % 0,2-4,5%
(methoden- und altersabhängig)
Pearl-Index 0,14 
0,26
Reversibilität 

problemlos durch Ziehen des IUS


Wiedererlangung der Konzep- tionsfähigkeit sofort nach dem Entfernung, da keine  systemische Wirkung 

Erfolg einer Refertilisierung abhängig von der Methode:
41-87%.

normale Fruchtbarkeitwird erst nach Wiederherstellung der Tubendurch- gängigkeit erreicht.

Eine Frau entscheidet sich dann für ein nicht operatives Kontrazeptivum,
wenn die Fortpflanzungsfähigkeit er halten bleiben soll. Dies ist beim
LNG IUS der Fall. Nach dessen Entfernung stellt sich umgehend eine
normale Fruchtbarkeit ein. Bereits im ersten Zyklus ohne LNG-IUS ist
eine Schwangerschaft möglich. Nach einem Jahr ergibt sich eine kumulative
Empfängnisrate von annähernd 96%.

Ein Grund für die schnelle Refertilisierung ist die insgesamt ungestörte
Ovarialfunktion unter dem LNG-IUS, im Gegensatz zur Langzeitkontrazeption
mit z.B. Depotgestagenen  wie DMPA.

Im Laufe der Anwendung des LNG IUS kommt es zu morphologischen
Veränderungen des Endometriums aufgrund der lokalen, intrauterinen Wirkung
des Levonorgestrels. Nach anfänglich verlängerten Blutungen und
Zwischenblutungen während der ersten Anwendungsmonate führen die
angesprochenen Veränderungen des Endometriums dann dazu, dass  die
Blutungsintensität sich vermindert, die Blutungsdauer sich verkürzt und die
Dysmenorrhoe verschwindet

 

HORMON-CENTER BERLIN