Vorbeugende Tipps zum Thema "Plötzlicher Kindstod"

Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann.
Entsprechend groß ist die Angst vor dem Plötzlichen Säuglingstod.
Mit Informationen zu den Risikofaktoren können Frauenärztinnen und
Frauenärzte jungen Müttern helfen, das erste Lebensjahr ihres Babys
risikoärmer und angstfreier zu erleben. Das rheinland-pfälzische
Gesundheitsministerium hat sich ebenfalls des Themas angenommen und
eine Aufklärungskampagne gestartet.

Noch ist nicht restlos geklart, warum gesunde Säuglinge plötzlich sterben.
Fest steht, dass die Babys in eine Situation geraten sind, in der ihre kleinen
Lungen nicht mehr genug Sauerstoff bekommen und sich das Herz verlangsamt.
Die Folge: Tod durch Sauerstoffmangel. Bekannt ist mittlerweile auch,
dass es immer wieder die gleichen Umstände sind, die zu einer solchen
Situation führen: zu weiche Unterlagen im Kinderbettchen, Bauchlage und 
Überwärmung. Und die Wissenschaftler sind sich einig: Könnte man diese
bereits bekannten Risikofaktoren minimieren, dann würden drastisch weniger
Babys am Plötzlichen Kindstod sterben. Doch viele Mütter kennen die
Risikofaktoren nicht.

Da aber über 90 % aller Schwangeren die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen,
bieten sich Frauenärztinnen und Frauenärzte geradezu als ideale Aufklärer in
Sachen „Plötzlicher Kindstod" an. In kaum einer anderen Lebensphase wie der 
Schwangerschaft sind werdende Mütter so wissbegierig und an allem interessiert,
was für ihr Baby gut ist - also eine ideale Phase, um nicht nur über gesunde
Lebensweise und richtige Ernährung zu informieren, sondern auch um einige
Tipps für die Zeit nach der Entbindung mit auf den Weg zu geben, damit aus gut
 gemeinter Fürsorge kein Risiko für das Baby entsteht.

Denn Leider ist der Plötzliche Säuglingstod mit 30 bis 40 % die häufigste
Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. Besonders häufig sterben
Kinder zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat. In Deutschland
sterben jedes Jahr mehr als 600 Kinder in den ersten zwölf Monaten am
Plötzlichen Säuglingstod. Das Land Rheinland-Pfalz hat nun  eine
Aufklärungskampagne gestartet, um Eltern und Ärzte über mögliche Ursachen
des Plötzlichen Säuglingstods zu informieren. Bundes- weite Aktivitäten sollen laut
Beschluss der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz folgen.

Wie lässt sich das Risiko vermindern? 

Die Vorsorge-Tipps, die Frauenärztinnen und Frauenärzte ihren schwangeren
Patientinnen weitergeben können, klingen simpel, aber wie ersparen den jungen
Familien viel Leid und Kummer: 

Rauchfreie Umgebung: Rauchen schadet dem Baby nicht nur während
Schwangerschaft und Stillzeit. Das Risiko für das Baby, am Plötzlichen
Säuglingstod zu sterben, steigt mit jeder Zigarette: Eine Schachtel Zigaretten
pro Woche erhöht es um das Achtfache.

Stillen: Muttermilch ist für Babys das optimale Nahrungsmittel.
Die Abwehrstoffe in der Muttermilch verhindern nicht nur Allergien und
 Infektionen - Stillen senkt auch Babys Risiko, am Plötzlichen Säuglingstod
zu sterben. Wenn möglich, sollten Babys daher sechs Monate lang gestillt werden.

Richtige Schlafposition: Die sicherste Schlaflage für das Baby ist die Rückenlage.
Es gibt keinen Nachweis, dass Babys in Rückenlage häufiger an Erbrochenem
ersticken. Fest steht jedoch: Die meisten Opfer des Plötzlichen Säuglingstodes
sind in Bauchlage gestorben. Und auch die Seitenlage ist nicht empfehlenswert,
denn hier kann das Baby leicht umrollen.

Überwärmung vermeiden: Viele Babys werden noch viel zu sehr eingemummelt.
Gut gemeint, doch sehr riskant für das Baby. Denn ab der vierten Lebenswoche
brauchen Babys im Haus nicht mehr Kleidung als die Eltern. Viel zu viele Babys
werden aber immer noch analog zur Außentemperatur eingewickelt und nicht
passend zur Zimmertemperatur. Doch Überwärmung können Atmung und
Kreislauf der Kleinen beeinträchtigen. Besonders tückisch ist die Angewohnheit,
den Babys auch im Haus oder zum Schlafen ein Mützchen aufzuziehen.
Denn nur über seinen unbedeckten Kopf kann das Baby überschüssige Wärme
abgeben. Und keine Sorge: Falls es dem Baby zu kalt wird, meldet es sich schon.
Aber Leider nicht, wenn es ihm zu warm ist. Bei Überwärmung neigen Babys
nähmlich dazu, einfach weiterzuschlafen.

Die richtige Bettausstattung: 

Das ideale Babybett hat eine feste Matratze. Absolut tabu im Kinderbett sind
Kopfkissen und Bettdecke, Kuscheltiere, Tierfelle und andere weiche Unterlagen.
Sie können tödlich sein, weil Babys Köpfchen darin versinkt. Eine schwere
Bettdecke, die sich das Baby über den Kopf  zieht, lastet beispielsweise mit
einem Eigengewicht von rund einem Kilogramm auf dem Köpfchen  ein Gewicht,
welches das Kleine nicht mehr allein wegbekommen kann. Überflüssig im Kinderbett
sind auch Bettumrandungen und so genannte Himmel und Nestchen, die sich jedoch
leider bei den allermeisten Eltern größter Beliebtheit erfreuen. Ins Bett gehören auch
keine Wärmflaschen; sie fördern nur den Wärmestau.

 

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