Embolisation per Katheter lässt Myome schrumpfen

 

Neue Behandlung gutartiger Tumore der Gebärmutter

Mediziner an der Charite hungern mithilfe von Kunststoff-Kügelchen Myome aus. Die neue Methode bietet sich als
Therapie-Alternative für Frauen an, die sich nicht operieren lassen wollen.

Etwa ein Drittel der europäischen Frauen haben gutartige Tumore der Gebärmutter. Handlungsbedarf besteht,
wenn diese Myome Schmerzen und starke Blutungen verursachen. Als neue Therapie-Alternative, die insbesondere
für Frauen attraktiv ist, die sich nicht operieren lassen wollen, kommt die so genannte Embolisation in Betracht,
die jetzt erstmals in Deutschland von Dr. Thomas J. Kröncke am Institut für Radiologie der Charite angewandt worden ist.

Von der Leiste aus wird der Katheter über ein Blutgefäß in die Arteria uterina geschoben. Unter Röntgenkontrolle werden
dann die Kunststoff-Partikelchen eingebracht, die die Blutversorgung der Myome blockieren

Die Theorie: Die Methode beruht auf der Tatsache, dass Myome in ihrem Wachstum von der Blutzufuhr abhängig
sind und zugrunde gehen, wenn man die Blut zuführenden Gefäße blockiert. In der Gebärmutter werden Myome
aus der Arteria uterina ernährt. Dichtet man die Aste der A. uterina ab, indem man Polyvinyl-Kügelchen einspritzt,
schrumpfen die Myome innerhalb von Wochen bis Monaten. Das gesunde Gewebe der Gebärmutter wird nicht von der
Blutversorgung ausgeschlossen, weil es noch von Ästen der Arteria ovarica versorgt wird.

Die Praxis: Unter örtlicher Betäubung wird ein Katheter in ein Blutgefäß von der Leiste der Patientin aus bis dorthin
vorgeschoben, wo die Arteria uterina kleine Äste zur Versorgung des Myoms abgibt (Grafik). Dazu ist ein etwa
ein Zentimeter langer Schnitt notwendig. Über den Katheter werden unter Röntgen Kontrolle Polyvinyl-Partikel
in die A. uterina eingebracht, die sich in den feinen Asten festsetzen und sie dauerhaft blockieren. Das Verfahren
dauert etwa zwei Stunden und wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen.

Das Ergebnis: Die erste Embolisation ist Ende Oktober vergangenen Jahres durchgeführt worden.
Jetzt, ein halbes Jahr später, kann der Erfolg endgültig beurteilt werden: Der Patientin geht es gut.
Sie hat keine Schmerzen mehr und schon nach zwei Monaten waren die Myome geschrumpft.
Die Blutarmut ist behoben. Jetzt sind die Myome nur noch halb so groß, wie sich durch eine
Magnetresonanztomographie zeigen ließ. Die Regelblutungen haben sich normalisiert und die Patientin
fühlt sich wieder voll belastbar.

Das Verfahren wurde 1990 in Frankreich entwickelt und wird seit 1995 dort, in USA,
England und Osterreich angewendet. cw Quelle: Charite Berlin

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