Verhütung mit Depot-Gestagenen (Dreimonatsspritze)

Viele Frauen sind wegen potenzieller Risiken bei hormoneller Verhütung beunruhigt.
Dabei wird vor allem die östrogenhaltige Kontrazeption auf Grund des potenziellen Brustkrebsrisikos und des erhöhten Risikos bei kardiovaskulären Erkrankungen kritischer gesehen. Der Trend geht dahin, auch bei jungen Frauen einen rein gestagenhaltigen Empfängnisschutz einzusetzen.
Verhütung muss eine hohe Sicherheit bieten, risikolos sein und einfach anzuwenden. Frauen wollen durch den Empfangnisschutz keine gesundheitlichen Nachteile eingehen,  sondern ganz im Gegenteil neben der Kontrazeption möglichst zusätzlichen Nutzen haben. Eine rein gestagenhaltige Verhütung bietet eine ganze Reihe positiver Nebeneffekte wie Amenorrhoe, ein reduziertes Risiko für ein Endometriumkarzinom, einen positiven Einfluss auf Migräne und einiges mehr.

 

Durchführung

Die Dreimonatsspritze wird regelmässig alle 3 Monate als intramuskuläre
Injektion z.B. in die Gesäßmuskulatur gegeben. Während der gesamten
Behandlungszeit (Monate-Jahre) treten in aller Regel keine
Menstruationsblutungen auf.

 

Vorteile der Depot-Gestagen (Drei Monats-Spritze)

  • Ausbleiben der Regelblutung, Vorteil bei Frauen mit schmerzhafter Menstruation (Dysmenorrhoe) und  Migräne während der Menstruation,

  • bei Frauen mit Endometriose

  • weniger Gebärmutterhöhlenkrebs, weniger Unterleibsenzündungen

  • positiver Effekt auf zyklusabhängige Migräne

  • positiv bei Frauen mit verlängerter und verstärkter Menstruation und
    chronischem Eisenmangel (Hypermorrhoe und Anämie)

  • bei Myomen (Verhinderung von Blutungsstörungen)

  • ideal für Raucherinnen, bei denen ab ca. 35.Lebensjahr östrogenhaltige
    "Pillen" wegen des Rauchens nicht erlaubt sind.

  • für Frauen mit thromboembolischenVorerkrankungen oder Laborbefunden, die auf ein erhöhtes thromboembolisches Risiko hinweisen, wie Protein-C-Mangel, dem Faktor-V-Leiden oder Frauen mit Lupus erythematodes.

  • Auch das erhöhte Risiko der Thromboembolie, das bei Ovulationshemmer-Einnahme festgestellt wurde, scheint auf die Ostrogenkomponente zurückzuführen zu sein. Eine rein gestagenhaltige Kontrazeption ist deshalb für Frauen mit thromboembolischen Vorerkrankungen oder Risiken die bessere Wahl.

  • Keine Gewichszunahme durch Dreimonatsspritze. Die von vielen Frauen befürchtete Gewichtszunahme auf Grund hormoneller Kontrazeption ist in Studien zu DMPA untersucht worden. Dabei zeigte sich, dass es zu einer Wassereinlagerung von höchstens 500 g kommen kann. Weitere Gewichtszunahmen sind nicht unmittelbar auf das Kontrazeptivum zurückzuführen. 

  • Kein Einfluss auf Milchproduktion geeignete Kontrazeption nach der GeburtBereits drei Wochen nach der Geburt kann es wieder zu einem Eisprung und damit zu einer Schwangerschaft kommen. Die amerikanische Gynäkologenvereinigung (The American College of Obstetricians and Gynecologists) empfahl deshalb auf einem Kongress, die Verhütung mit Depo-Medroxyprogesteronacetat (DMPA) sofort nach der Geburt zu beginnen. Da der Gestagen- Ovulationshemmer DMPA keinerlei gerinnungsfördernde Nebenwirkung hat, kann die Dreimonatsspritze unmittelbar post partum angewendet werden. DMPA ist eine Verhütungsmethode, die in vielen Studien gezeigt hat, dass sie keinerlei Effekt auf den Stillprozess hat. Damit ist eine Kontrazeption mit DMPA auch für stillendeMütter geeignet. Im Gegensatz zur östrogenhaltigen Verhütung, bei der die Milchproduktion
    stark eingeschränkt ist, hat die DMPA-Anwendung keine Auswirkung auf die Dauer und Häufigkeit der Milchproduktion.




Wirkungsweise der Depot-Gestagene

  Durch die kontinuierliche Zufuhr des Progesteron- Abkömmlings Medroxyprogesteronacetat (DMPA)  wird auf hypothalamischer  Ebene die Ovulationsauslösung zuverlässig unterbunden, da der mittzyklische Anstieg der Gonadotropine unterdrückt wird.

Neben der Hemmung der Ovulation wirken die Depot-Gestagene antiproliferaltiv am Endometrium.

3 Unter der Anwendung von DMPA  kommt es zu einer gestagentypischen Zunahme der Zähigkeit und der  Viskosität des Zervikalschleims, wodurch eine Aszension der Spermien in den Zervikalkanal verhindert wird. 

 Mit einer Fehlerquote zwischen 0 (keine eingetretene Schwangerschaft
und 0,22 Schwangerschaften pro 100 Frauen-Jahren wird deutlich, dass DMPA zuverlässiger als orale Kontrazeptiva verhütet. Mit einem  Pearl-Index von 0,3 ist die Sicherheit von DMPA vergleichbar mit der kontrazepiven Wirkung von Implantaten, Kupfer-Intrauterinpessaren und der chirurgischen Sterilisation. 
Die typischen Probleme der oralen Verhütung wie unregelmäßige Einnahmezeit, Vergessen oder Pillenversager durch ungenügende Resorption kommen bei der Verhütung mit DMPA  nicht vor.

Die Dauer bis zur Rückkehr normaler Zyklen nach Absetzen von Depot-Gestagenen hängt allein davon ab, wann der Serum-MPA- Spiegel unter einen bestimmten Wert abfällt und die Blockade des ovariellen Zyklus aufgehoben wird. Das  Wieder-in-Gang-kommen des Zyklus mit Regeneration des Endometriums kann  sich unter Umständen einige Monate hinziehen. Vier bis sechs Monate nach Absetzen  stellt sich aber das frühere Zyklusgeschehen wieder ein. 
Die Realisierung von Kinderwunsch wird somit durch eine kontrazeptive Behandlung mit DMPA nicht eingeschränkt.

HORMON-CENTER BERLIN